Heimatverein Schildesche

Schildescher Chronik

Durch Verfügung der Königlichen Regierung in Minden vom Dezember 1817 waren alle Ämter und Gemeinden verpflichtet, in Zukunft eine Chronik zuführen: so auch für Schildesche.

Die Aufzeichnungen füllen fast 300 Seiten und umfassen einen Zeitraum von 1800 bis 1895.

Da sie zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens Notizen haben, stellen diese Chroniken ein informatives Zeitzeugnis dar, aus dem der
Heimatverein Schildesche e. V. in Zukunft periodisch Auszüge präsentieren wird.

Mit der Niederlage der französischen Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig ging auch das Königreich Westphalen unter. Ravensberg und damit Schildesche wurden wieder preußisch, die alten Zustände blieben bestehen. Sinnfälligstes Beispiel, man zahlte nicht weiter die französischen Steuern, sondern die alte „Contribution“:

Durchziehende Truppenteile waren bei der Schildescher Bevölkerung eigentlich gefürchtet, denn sie forderten Verpflegung für sich und Futter für die Pferde. Doch in diesem Jahr, 1815, diente natürlich alles der Befreiung von Napoleon:

1815 war die Franzosenzeit vorbei. Es kam wieder die preußische Regierung. Bei der Rückführung der Siegesgöttin nach Berlin musste das Niederntor am Jahnplatz teilweise abgerissen werden, weil es einen zu kleinen Durchgang hatte:

Im Jahre 1816 beginnt sich das alltägliche Leben zu normalisieren, doch zurückmarschierende Truppenteile beschweren die Bewohner weiterhin: Die Ärnte war im trockenen Boden ziemlich ergiebig, im nassen Boden aber sehr schlecht, und manche haben nicht mehr als ihre Aussaat wieder eingeärntet.

Im Jahre 1816 wurde in Schildesche zur Unterstützung armer Mitbürger ein Hilfsverein gegründet. Auch entstand nun mit der Regierung in Minden die neue preußische Verwaltungsstruktur: